Freitag, 12. April 2019

Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage vor Ort

Zu Besuch im Schulzentrum Neutrebbin

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Am 12. April war die Landeskoordination „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bei einer SOR-SMC Schule, dem Schulzentrum Neutrebbin, zu Gast. Derzeit besuchen etwa 260 Schüler*innen aus insgesamt 34 naheliegenden Dörfern das Schulzentrum mitten im Oderbruch. Anlässlich eines Projekttages haben an diesem Tag zahlreiche Workshops im Schulzentrum stattgefunden.

Um auch über bisherige und zukünftige Projekte und Aktionen des Schulzentrums zu berichten, hat die Landeskoordination mit der Schulsozialarbeiterin Maria Bestritzki gesprochen. Seit dem 5. November 2018 ist die 24-jährige die neue Schulsozialarbeiterin am Schulzentrum, wo sie als studierte Erziehungswissenschaftlerin und Soziologin frischen Wind in den Schulalltag bringt.

Ganz besonders freuen sich die Schüler*innen, wenn Frau Bestritzki mittwochs ihren Hund Simba mitbringt. Simba ist seit bestandener Begleithundprüfung kaum noch aus ihrem Konzept wegzudenken. Mittlerweile sind Frau Bestritzki und Simba auch getrennt in den Klassen unterwegs. Sie sorgt einerseits für eine ruhigere Arbeitsatmosphäre in den Klassen, da alle bemüht sind, Simba Ruhe zu ermöglichen, damit er nach Streicheleinheiten schlafen kann. Andererseits soll das Streicheln von Simba durchaus therapeutisch wirken – gerade nach anstrengenden Auseinandersetzungen zwischen mehreren Parteien. So sagt die Schulsozialarbeiterin, dass ihr Hund Simba sich selbstständig zwischen streitenden Parteien stellt und streicheln lässt, bis sich die Situation beruhigt hat.

Einen besonderen Fokus in ihrer Arbeit setzt Frau Bstritzki in den Bereichen der Gewaltprävention und Streitschlichtung. Berufsorientierung und die Unterstützung der Schülersprecher*innen zählen dabei auch zu ihren Kernaufgaben.

Auch in Zukunft sind verschiedene Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten geplant. Im Vordergrund stehen Seminare zu Antimobbing, Sozialkompetenztrainings und ein zweijährig-angelegtes Streitschlichterprojekt. Entwicklungspolitische Projekte wie Thimba[1]  finden demnächst auch am Schulzentrum statt.

Darüber hinaus plant Frau Bestritzki derzeit ein Antigewaltkonzept, in dessen Rahmen sie sowohl von den Schüler*innen als auch von den Lehrkräften abgegebene Gewaltberichte auswertet, um individuell gestaltete Schwerpunkte im Konzept zu erarbeiten.

Projekttage wie diese werden von der Schulleitung auch gemeinsam mit der RAA geplant und durchgeführt. So kommen vielfältige Workshops auch mit anderen freien Trägern und von den Schüler*innen selbst gestaltete Workshops über den Tag verteilt zusammen.

Einen der Workshops zum Thema Streetart hat die Landeskoordination besucht, um einen Eindruck von der Arbeit der Culture Interactive e.V. zu gewinnen. Die Schüler*innen zeichnen zunächst ihre Bilder auf Papier und sammeln Themen, Werte und Ideen, die sie später mit Graffiti auf eine Leinwand bringen werden. Das Angebot des Vereins besteht in Workshops an Schulen, die versuchen möglichst nah an der Realität der Schüler*innen niedrigschwellig Werte der Antidiskriminierung zu vermitteln. Beispielsweise mit einem Streetart-Workshop Botschaften der Schüler*innen zu vermitteln.

So können beim konzentrierten Arbeiten wichtige Themen rund um Rassismus und andere Themen, die die Jugendlichen direkt betreffen, beiläufig diskutiert werden. So auch heute bei unserem Besuch: Den Schüler*innen war das Thema vermeintlich rechter Kleidung im Alltag besonders wichtig. Bomberjacken, Springerstiefel und bekannte Marken, die früher mit der rechten Szene verknüpft waren, wurden unterschiedlich diskutiert. Auch der Ruf der Schule als vermeintlich „rechtsgesinnte Schule“ macht den Schüler*innen zu schaffen. Symbole, Zeichen und Schriftarten von extremistischen Gruppen wurden ebenfalls behandelt.

Das Schulzentrum Neutrebbin hat in Frau Bestritzki und Simba ein engagiertes Team gefunden, das bereits nach kurzer Zeit einiges an der Schule in Bewegung setzen konnte.


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