Wo nicht nur der Pfeffer wächst …

Gewürze haben in Sansibar eine lange Tradition. Noch immer sind Gewürznelken das wichtigste Exportgut Sansibars. Nach Überlieferungen wurde die Gewürznelke 1812 aus Réunion von einem omanischen Geschäftsmann eingeführt. Als in den 1830er Jahren die Nachfrage nach Gewürznelken in Europa stieg, reagierte der damalige Herrscher Sultan Sayyed Said sofort. Er baute die Plantagenwirtschaft massiv aus. Er legte fest, dass für jede Kokospalme drei Nelkenbäume gepflanzt werden mussten und konfiszierte schon bestehende Plantagen. Für die Arbeit auf den Plantagen wurden viele Menschen gebraucht, also verschleppte der Sultan unzählige SklavInnen aus dem Landesinneren nach Sansibar. 1856 war Sansibar nicht nur der größte Nelkenexporteur der Erde, sondern ein bedeutender Sklavenmarkt. Ungefähr 50.000 bis 70.000 Menschen wurden vom Festland jährlich zur Küste des Indischen Ozeans getrieben.

Wir haben uns auf die Suche gemacht nach der Bedeutung von Gewürzen heute. Unsere Ergebnisse haben wir in einer kleinen interaktiven Ausstellung aufbereitet. Auf insgesamt 8 Tafeln (70 x 100 cm) kann man sich über Gewürznelken informieren.
Ausstellungstafeln 
 

Ausstellungstafeln

In der Ausstellung lernt man Hassan Shoka kennen, den Manager einer Gewürznelken-Exportfirma. Man erfährt einiges über den Preisverfall auf dem Weltmarkt und was der Krieg in Indonesien mit den sansibarischen Nelkenbauern zu tun hat. Auch die Kleinbauern kommen zu Wort, die für wenig Geld Nelken ernten, und ein Bauer, der es durch viel Investitionen in die Weiterverarbeitung der Nelken geschafft hat, wieder etwas an den Nelken zu verdienen. Ihre Einkommen werden ins Verhältnis mit den Ausgaben für Kleidung und Essen gebracht, so dass man eine Vorstellung hat, wie viel das Verdiente wert ist.

 
Der legendäre Bwana Mitu stellt sich vor, der eine ganz neue Geschäftsidee mit den Gewürzen hatte und für TouristInnen Spice Tours über die Insel anbietet. Natürlich erfährt man auch etwas über die Gewürznelke selbst und wie Zahnschmerzen mittels einer Gewürznelke ganz schnell wieder verschwinden können.
 
Zur Ausstellung gehört noch einen Gewürz-Quiz mit dem verschiedene Sinne angesprochen werden. Die Abbildungen von Gewürzpflanzen müssen dem richtigen Namen nach, gemahlenen Gewürzen und Gewürzen in ihrer Reinform zugeordnet werden.
 
 Schüler-Gewürz-Quiz

Mit dieser Ausstellung haben wir uns zum Beispiel auch am Bildungsprogramm der Importshopmesse beteiligt, die jährlich in Berlin stattfindet und Zehntausende BesucherInnen aus aller Welt anzieht. Das Bildungsprogramm wird von 15-20 entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen organisiert und wird Berliner und Brandenburger Schulen angeboten. Das Angebot ist immer schnell ausgebucht. So werden täglich 2000 SchülerInnen erreicht, die nach einem ausgeklügeltem System intensiv an den Ständen arbeiten.

 
Die Gewürzausstellung war darüber hinaus aber auch an Geburtstagsfeiern, bei einer Weihnachtsfeier im Brandenburgischen Haus der Kulturen al globe, zu schulischen Projekttagen und bei Abendveranstaltungen, z.B. beim Verband der Hausfrauen im Einsatz.
 
Ein Projekttag zu Gewürzen kann auch durch das Zubereiten eines sansibarischen Gerichts abgerundet werden. Für alle SchülerInnen ist es eine schöne Erfahrung, wenn sie dann die Gewürze selbst ausprobieren und einsetzen können.
 
"Ich wüsste gern noch mehr über die Lebensart und Kochkunst."
 
"Es wäre schön gewesen, wenn wir noch zusammen gekocht hätten."
 
Soweit eine Küche und ausreichend Zeit vorhanden sind, sollte man die Gelegenheit, gemeinsam zu kochen, nicht ungenutzt lassen. Die SchülerInnen werden das gemeinsame Erlebnis nicht vergessen und es bietet auch einen gelungenen Abschluss für ein Sansibar-Projekt.
 
Maandazi
 
Man benötigt für 1 kg Weizenmehl, 1/4 kg Zucker, 1 kg Fett (Öl), 1 Liter Kokosmilch, 20 g Hefe, 20 g Kardamom (kann notfalls durch Muskat oder Vanille ersetzt werden). Außerdem wird sehr viel Öl zum Frittieren gebraucht, eine tiefe Pfanne und einen Schaumlöffel, um das Gebäck aus dem Öl zu fischen.
 
Mehl, Zucker, Kardamom und Hefe gut mischen. Etwas Öl mit verkneten, Kokosmilch allmählich zufügen, gut zu einem festen, aber geschmeidigen Teig durchkneten. Diesen abgedeckt etwa 20 Minuten ruhen lassen. Kleinere Mengen abnehmen, auf mit Mehl bestäubtem Tisch so ausrollen, dass der Teig ca. 5 mm hoch ist. In Dreiecke schneiden (Seitenlänge ca. 10 cm). In reichlich siedendem Öl beidseitig goldbraun frittieren.
 
Die Maandazi sind gelungen, wenn sie sich während des Frittierens aufblähen. Sie schmecken warm am besten, sind eine Alternative zum Nachmittagskaffee und passen überaus gut in die Weihnachtszeit.
 
 
Kuku Pilau
 
Huhn teilen und zerlegen, viele Zwiebeln und viel Knoblauch (auf ein Huhn kommen ungefähr ein Pfund Zwiebeln und mindestens 2 große Knollen Knoblauch) werden zu Brei gestampft. Davon wird der größere Teil beiseite gestellt, der Rest wird mit dem Huhn gekocht.
 
Kartoffeln (Menge nach Geschmack) schälen, ganz in heißem Öl anbraten. Dann werden Zwiebelringe (ca. 3 große Zwiebeln) und gestampfter Knoblauch dazugegeben. Mit ausreichend Pfefferkörnern und Kardamom (einige Körner oder ca. 1 TL gemahlenen K.) würzen. Viel Cumin (Kreuzkümmel - etwa 1 EL) und eine Stange Zimtrinde in Wasser weichen lassen, den Kartoffeln zufügen. Mit Wasser auffüllen, bis alles bedeckt ist. Salzen, kochen lassen.
 
Etwas von der Brühe abnehmen, durch ein Sieb filtern. In einem großen Topf vorgequollenen Reis mit der gefilterten Brühe ziehen lassen, den restlichen Reis zufügen. Das gekochte Huhn, die Kartoffeln und die Zwiebelringe dazugeben, mit der Gewürzbrühe soweit auffüllen, daß der Pilau bei Ober - und Unterhitze (im Ofen) ordentlich ausquellen kann.
 
Pilau ya nyama
 
Für 1 kg Reis werden benötigt 1 kg Rindfleisch, 1/4 kg Fett, 1 Pfund Zwiebeln, einige Kartoffeln, nicht zu wenig Knoblauch, Zimt, Kardamom, schwarzer Pfeffer, etwas Ingwer, Salz, Kreuzkümmel.
 
Ndizi ya nyama - Kochbananen mit Fleisch
 
Die Bananen (10 Kilo) werden geschält und abgeschabt, Spitze und Fuß entfernt. Etwa 1,5 Stunden bedeckt in Wasser und Salz kochen. Etwa 2 Kilo Rindfleisch in Stücke schneiden, mit Wasser, Salz und Knoblauch (etwa eine Knolle) kochen.
 
Gut 1 Kilo Tomaten pellen. 3 Zwiebeln mit 2 Knoblauchknollen und Pfeffer stampfen, die Tomaten klein schneiden und zerdrücken. Wenn das Fleisch gar ist, die Bananen abgießen. Bananen, Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch in die Fleischbrühe geben, Kokosmilch (von ca. 3 Nüssen oder einer Dose) dazugeben, noch etwas durchkochen lassen. Das alles ergibt einen ziemlich dicken Eintopf, der unwahrscheinlich sättigt.
  
Keine. Das Material kann aus dem Büro der RAA Brandenburg (Benzstraße 11/12) abgeholt und auch wieder zurückgebracht werden.