Geburtstagsfeier mit Reflektion

Weiße und Schwarze Wahrnehmungen – 25 Jahre Begegnungen Sansibar – Brandenburg

Wann: 16. September 2017 von 14.00 Uhr bis 18.30 Uhr
Wo: Bürgerhaus am Schlaatz, Schilfhof 28, 14478 Potsdam

Was: Wie hat die Zusammenarbeit mit Partner*innen aus Sansibar vor 25 Jahren begonnen? Wie haben sich die Projekte entwickelt? Was haben die Teilnehmenden gelernt? Wie gehen wir in der Partnerschaft mit unterschiedlichen Perspektiven um, mit Macht und Privilegien?
Ein postkolonialer Blick auf unsere gemeinsamen Projekte und auf das Miteinander in den Begegnungen soll zeigen, wo und wie es uns gelungen ist, unseren eigenen kolonialen Blick zu erkennen, ernst zu nehmen und ihn schrittweise zu verlernen. Gemeinsam mit unseren tansanischen Partner*innen wollen wir schauen, wo wir heute stehen und wohin wir in den nächsten Jahren gemeinsam gehen wollen – sensibel für koloniale Kontinuitäten in unseren Beziehungen, auf dem Weg zu Partnerschaft auf Augenhöhe.  

Wer: Deutsche und tansanische Teilnehmende der Begegnungsprojekte von 1992 bis 2017

Um besser planen zu können, würden wir uns über eine Anmeldung bis zum 11. September 2017 freuen: 
globaleslernen@raa-brandenburg.de

Birgit Mitawi
Globales Lernen
RAA Brandenburg
Zum Jagenstein 1 | 14478 Potsdam

Telefon:  (0331) 74780-25 | Fax: (0331) 74780-20
www.raa-brandenburg.de | www.brebit.org

Bitte unterstützen Sie unsere Projekt in Tansania und unsere Jugendbegegnungen:
www.betterplace.org/de/projects/3989-schatze-schutzen

Aktuelle Projekte 2017

Partnerschaft lebendig gestalten: Bülow-Gymnasium – Hamamni Sekundarschule

Nach dem Kennenlernen 2016 steigen Schüler_innen und Lehrkräfte aus Falkensee und Sansibar-Stadt - unterstützt durch Birgit Mitawi (RAA Brandenburg) und Khalfan Mwita (Twende Pamoja Zanzibar) - in diesem Jahr ein, in die gemeinsame thematische Arbeit.

Schüler_innen stellten fest: Tansania und Deutschland  sind reiche Länder!
Schüler_innen wollen wissen: Warum gibt es trotzdem Armut?

Die Schüler_innen beschäftigen sich mit Reichtum und Armut in der eigenen und der fremden Region. Sie werden der Frage nachgehen, wie es bei so vielen Ressourcen und Reichtum in Deutschland und Tansania möglich ist, dass Menschen immer noch in Armut leben. Gemeinsam werden Ursachen gesucht und Strategien entwickelt, wie Armut abgeschafft werden kann. Dazu werden Maßnahmen der Weltgemeinschaft (SDGs), von Regierungen, Zivilgesellschaften und Einzelpersonen unter die Lupe genommen. Gespräche mit Seetang Bäuerinnen, Nelkenbauern, Tourismusmanagern, Regierungsbeamten, mit Lehrer, Großeltern und Mitschülern sowie mit Historikern und Straßenkindern schaffen Zugang zu unterschiedlichen Perspektiven auf Ursachen von Armut und Wege zu deren Abschaffung.
 

Gesellschaft gestalten: Junge Erwachsenen aus vier Ländern und IHR Projekt

Seit Herbst 2011 ist es gewachsen, das internationale Netzwerk junger und weniger junger Menschen auf vier Kontinenten. Die Teilnehmenden sind inzwischen alle Erwachsen und verfügen über sehr viel Projekterfahrung. Im Sommer 2017 werden die Deutschen in Zweierteams in die drei Partnerländer Tansania, Bolivien und die Philippinen reisen und dort mit den Freund_innen gemeinsam recherchieren und thematisch arbeiten. Ihr Ziel: Sie wollen wissen, was aus den Träumen und Lebenszielen der Kinder und Jugendlichen geworden ist, die 2010 in den beteiligten Ländern interviewt wurden. Sie wollen wissen, wie sie ihren Alltag heute gestalten, was sie voran gebracht hat und mit welchen Herausforderungen sie kämpften oder immer noch zu tun haben.
Als Initiator_innen des Projektes sind die Mitarbeiter_innen von RAA, GSE und Carpus stolz auf diese jungen Erwachsenen, die mit uns und diesem Projekt Erwachsen wurden und jetzt selbständig agieren. Von den Macher_innen wurden wir zu Berater_innen und das ist gut so.


Alte Freund_innen treffen – neue kennenlernen – koloniales Erbe aufdecken

Im September organisieren wir ein ganz besonderes Seminar für Menschen, die sich seit mehreren Jahren in den Begegnungsprogrammen der RAA engagieren. Lehrerinnen und Schüler_innen aus der Gesamtschule Zossen, Studierende aus Velten/ Oranienburg, die 2015 im Rahmen eines Schulaustauschprogramms in Sansibar Erfahrungen sammeln konnten und sechs Gäste aus Sansibar, die sich in verschiedenen Begegnungsprojekten engagiert haben, wollen gemeinsam koloniales Erbe in ihrer Umgebung aufdecken.
Die Teilnehmenden setzen sich mit den Kontinuitäten des Kolonialismus am Beispiel von Erfahrungen Schwarzer Menschen in Geschichte und Gegenwart in Deutschland  auseinander. Ausgehend von den Tagebuchaufzeichnungen von Emely Ruete (Prinzessin aus Sansibar, die 1879 in Berlin lebte), Erfahrungsberichten Schwarzer Kriegsgefangener im 1. Weltkrieg in Wünsdorf, Völkerschauen in Berlin sowie visuellen Zeugnissen des Kolonialismus erkunden die Teilnehmenden, wie sich der koloniale Blick auf die Situation von Schwarzen Deutschen und Schwarzen Menschen in Deutschland heute auswirkt. Sie nehmen ihre eigene Identität und Positionierung in Deutschland und in Tansania in den Blick. Die Studierenden werden im Zuge des Seminars qualifiziert, einen Schulworkshop durchzuführen. Die Projekte werden zunächst im Tandem mit Jugendlichen aus Tansania an der Gesamtschule Zossen und dann an ihren ehemaligen Schulen durchgeführt.

  

Schätze schützen

Anfang 2017 haben viele Freundinnen und Freunde der Projekte mitgeholfen, Geld zu sammeln, für den Transport eines Ultraschallgerätes nach Chukwani für das dortige Frauengesundheitszentrum. Tobi, der 2014 selbst Projektteilnehmer war, ist jetzt Arzt und hat das Gerät gespendet. Mehr dazu auf der Webseite von betterplace, die wir seit 2010 nutzen, um der Projekte unsere Partner_innen in Sansibar dabei unterstützen, ihre SCHÄTZE ZU SCHÜTZEN.

In Bambi ist das Schulgebäude jetzt mit Fenstern und Toren ausgestattet, um Computer, Bibliothek und naturwissenschaftliche Labors zu schützen. In Chukwani verhindert eine Mauer, dass der Schulgarten von Nachbarn als Müllhalde benutzt wird oder deren Ziegen im Schulgarten fressen. SCHÄTZE SCHÜTZEN heißt auch Werterhaltung. So wurde die Mehrzweckhalle auf dem Schulgelände von Chukwani wieder voll nutzbar gemacht für größere Veranstaltungen, Prüfungen, Wettbewerbe und Ausstellungen.
Noch sind Bücher kein selbstverständlicher Teil des sansibarischen Alltags sondern Schätze besonderer Art.
Mit der Einrichtung der Bibliotheken an unseren Partnerschulen hat ein Prozesses begonnen, den wir mit diesem Projekt und ihrer Unterstützung begleiten möchten.
Die Aktualisierung und Erweiterung der Bibliotheken ist eine Daueraufgabe für unsere Partner_innen, denn jedes Jahr gibt es viele neue Erkenntnisse, neue Bücher und damit die Notwendigkeit, den Bücherbestand zu ergänzen.

Über den Stand des Projektes können Sie sich auf der Spendenplattform betterplace informieren. Sie können dort für dieses Projekt Fürsprecher_in werden oder Unterstützer_in.

mehr Informationen

  

Fotoausstellung: "Hinter Sonne, Stand und Meer"

Drei Schüler/innen, sechs Studierende, eine Lehrerin und die RAA Projektleiterin recherchierten gemeinsam mit Lehrer/innen aus Sansibar, ob Menschen in Sansibar die Millenniumsziele kennen und ob sich in ihrem Alltag etwas verändert hat seit jenem September 2000.

Sie besuchten verschiedene Dörfer und lernten dort unterschiedliche Menschen kennen. Sie haben mit ihnen gesprochen, sie beobachtet, mit ihnen zusammen gearbeitet und für einige Tage ihren Alltag geteilt. Was sie während ihres Aufenthalts auf Sansibar erfahren haben, zeigen die Bilder der Fotoausstellung "Hinter Sonne, Strand und Meer".

Sie können diese Ausstellung ausleihen!

  

Begegnungen mit Sansibar

Das Programm „Begegnungen mit Sansibar“ der RAA Brandenburg setzt auf persönliche Begegnungen in Deutschland und in Tansania, legt Wert auf eine umfangreiche partizipative Vor- und Nachbereitung sowie auf die Auseinandersetzung mit  eigenen und  fremden kulturellen Prägungen und Praktiken. Die Ergebnisse dieser Arbeit fließen ein in Bildungsmaterialien, die auch den Teilnehmenden als späteren Multiplikator_innen helfen, differenziert zu entwicklungspolitischen Themen Stellung zu nehmen und zu handeln.
Nachhaltig an dieser Arbeit ist die Verzahnung von Bildungsarbeit in Nord und Süd mit Begegnungen und Projekten der Entwicklungszusammenarbeit, das Gestalten und das Entwickeln von Partnerschaften. Wir haben gelernt, dass Partnerschaft wachsen muss, dass sie Teil und Ergebnis eines gemeinsamen Weges ist, den wir seit 25 Jahren zusammen gehen. Die Gestaltung von Partnerschaften und Süd-Nord-Schulkontakten langfristig und nachhaltig zu unterstützen und zu begleiten, hat sich im Prozess der Projekte als eine zentrale Aufgabe herausgebildet. Dabei hat sich gezeigt, dass es sehr mühsam ist, Globales Lernen fest in den Schulalltag zu integrieren und/oder im Schulprofil zu beschreiben. Wir haben in diesem Bereich immer wieder Impulse gesetzt, Interesse aufgegriffen und Kontakte vermittelt.